Arnika (Arnica montana)

Aussehen:

Die Echte Arnika ist eine aromatisch duftende, sommergrüne, ausdauernde krautige Giftpflanze und erreicht Wuchshöhen von 20 bis 60 Zentimeter. Vom Lebensformtyp her ist sie ein Staudengewächs; sie hat unterirdische Sprossantriebe. Der drüsenhaarige Stängel ist einfach oder höchstens wenigästig verzweigt und besitzt meist ein bis zwei, selten drei gegenständige Paare Laubblätter. Diese Gegenständigkeit der Stängelblätter ist weitgehend eine Ausnahme innerhalb der Korbblütengewächse. Die Grundblätter sind in Rosetten angeordnet und eiförmig bis lanzettlich und ganzrandig. Die Blätter sind vier- bis siebennervig und behaart.

Die Blütezeit reicht in Mitteleuropa von Mai bis August. Die meist einzeln stehenden körbchenförmigen Blütenstände weisen einen Durchmesser von etwa 4,5 bis 8 Zentimetern auf. Der Korbboden ist behaart. Sie besitzen dottergelbe Röhrenblüten und vielnervige, orangegelbe Zungenblüten.

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Bedeutung der Art:

Den antiken Schriftstellern war Arnika als Heilpflanze nicht bekannt. Die wohl früheste Erwähnung findet sich bei Hildegard von Bingen. Bei der von ihr als „Wolfsgelegena“ bezeichneten Pflanze könnte es sich um die Arnika handeln. Ab dem 18. Jahrhundert wurde Arnika tatsächlich bei Beschwerden und Krankheiten eingesetzt. Das Anwendungsspektrum war weit gefächert, neben Blutergüssen und allgemeinen Verletzungen wurden auch Krampfadern, Venenentzündungen, Gicht und Rheuma behandelt. Außerdem fand eine Verwendung als Analeptikum und Stimulans statt.

Heutzutage wird Arnika zur äußeren Anwendung bei Verletzungen und bei rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden verwendet.

In Deutschland, Litauen, Lettland, Estland, Rumänien sowie in Kaliningrad (Russland) gilt die Art als gefährdet. In Deutschland ist die Arnika als eine nationale Verantwortungsart innerhalb der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt der Bundesregierung eingestuft. Wie sich 2017 herausstellte sind die Arnika-Bestände in Norddeutschland genetisch verarmt.

Durch züchterische Bemühungen ist es inzwischen gelungen, eine Sorte mit dem Namen ‚Arbo‘ von Arnica montana zu entwickeln, die für den Feldanbau geeignet ist, so dass die Wildvorkommen bei der Sammlung für medizinische Zwecke geschont werden können. Die Hauptgefährdungsursache für Arnica montana stellt aber weniger die Ernte der Blütenkörbe dar, als viel mehr die nach wie vor anhaltende Zerstörung ihres Lebensraums artenreiche Borstgrasrasen.

Die Pflanzen werden von Weidetieren verschmäht; auf Urgesteinsböden im Bergland können sie deshalb bei Massenentfaltung jegliche Beweidung verhindern.

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Lebensraum:

Die Echte Arnika bevorzugt saure und magere Wiesen und ist kalkmeidend. Man findet sie auch in lichten Wäldern. Sie ist von der Tallage bis in Höhenlagen von 2800 Metern anzutreffen. Sie ist in Mitteleuropa eine Charakterart der Ordnung Nardetalia. Sie besiedelt außerdem frische bis wechselfrische, lichte bis sonnige, nährstoffarme und bodensaure Borstgrasrasen, Heiden, Bergwiesen und auch Moore mit Ton-, Lehm- oder Torfböden.

Verbreitung:

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Unsere Schutzmaßnahmen:

Zusammenarbeit mit ArnikaHessen

Die inzwischen selten gewordene Arnika kam früher in teils riesigen Beständen im Lahn-Dill-Bergland vor. Deswegen gibt es hier, initiiert von ArnikaHessen (einem Kooperationsprojekt zwischen dem Botanischen Garten Marburg,  der Universität Marburg und der Hochschule Geisenheim), mehrere Versuchsflächen, auf denen Arnika ausgebracht und untersucht wird.

Das Projekt möchte durch praxisbezogene Forschung mehr über die Gefährdungsursachen und geeignete Schutzmaßnahmen für Arnikapopulationen herausfinden. Das Ziel ist die langfristige Erholung und Stabilisierung von Arnica montana und ihrer Begleitvegetation. Als Ergebnis der Forschung soll ein Managementkonzept entstehen, welches von der Modellregion Hessen auf andere Gebiete Deutschlands übertragen werden kann. Zu diesem Zweck werden Nutzungsexperimente im Freiland durchgeführt, Erhaltungskulturen angelegt, ein regelmäßiges Monitoring durchgeführt und die Bevölkerung über das Projekt und die populäre Arzneipflanze und ihren wertvollen bedrohten Lebensraum informiert. Zu der Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung, gehört auch die Kooperation mit unseren Naturparkschulen und lokalen Kindergärten, die die Wertschätzung für die Arnika in dieser Region steigern und die Neugier der Kinder wecken soll.

Für nährere Informationen: Arnika Hessen

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