Das Leitbild der Naturparkbewegung ist die Erhaltung von Naturlandschaften, die sich durch die Nutzung des Menschen zu Kulturlandschaften gewandelt haben. Diese einzigartigen Landschaftsbilder sollen gepflegt werden, um sie für die Bewohner und Besucher zu bewahren. Als zentrales Anliegen sollen die Bedürfnisse der Erholungsuchenden möglichst nicht mit den Belangen des Naturschutzes und der Landschaftspflege in Konflikt geraten, sondern müssen miteinander im Einklang stehen. Durch diese Verbindung von Schutz und Nutzung der Kulturlandschaften fördern Naturparke eine nachhaltige Form des Tourismus.
Neben der Nutzung und Pflege der Landschaften, zählt die Schaffung von Einrichtungen für die Erholung des Menschen in der Natur zu den Hauptmaßnahmen, die in einem Naturpark ergriffen werden.
Über die Initiierung eines naturverträglichen und nachhaltigen Tourismus hinaus zählen auch die nachhaltige regionale Entwicklung sowie die Schaffung von Angeboten zur Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit verstärkt zu den Aufgaben eines Naturparks.
Ziel ist es, eine intakte Natur, wirtschaftliches Wohlergehen und gute Lebensqualität in ein ausgewogenes Verhältnis zueinander zu bringen. Die Interessen des Naturschutzes müssen dabei mit den Bedürfnissen der Besucher und Bewohner (Wandern, Radfahren, Besuch von Kulturdenkmälern u.a.) verbunden werden.
Um die Aufgaben und Ziele zu gewährleisten, werden Naturparkpläne aufgestellt.
Ferner muss jeder Naturpark aufgrund der unterschiedlichen Voraussetzungen der Landschafts- und Kulturraumformen auch individuelle Aufgaben erfüllen.
Das Lahn-Dill-Bergland ist durch ein ausgewogenes Feld – Waldverhältnis charakterisiert, weshalb auch der Landwirtschaft im Naturpark eine große Bedeutung zukommt. Diese besteht überwiegend aus einer kleinstrukturierten extensiven Grünlandbewirtschaftung mit Mutterkuh- und Schafhaltung. Diese Art der Landbewirtschaftung ist vergleichsweise besonders umweltfreundlich.
Aufgrund des überdurchschnittlich hohen Anteils an Nebenerwerbsbetrieben muss darauf geachtet werden, dass auch in Zukunft eine Mindestdichte an landwirtschaftlichen Betrieben gegeben ist und die Landnutzung weiter geführt wird, da die Kulturlandschaft andernfalls nicht in ihrer jetzigen Form erhalten werden kann.
Darüber hinaus beinhaltet eine nachhaltige Wirtschaftsweise Vorteile für die ganze Region. Die landwirtschaftlichen Produkte können in der Region vermarktet werden, wodurch zum einen die Landwirte höhere Gewinne erwirtschaften und zum anderen die Gastronomen mit speziell regionalen Angeboten locken können. Dies führt wiederum zur Attraktivitätssteigerung des ganzen Naturparks und erhält die Kulturlandschaft.
Ziel ist daher die Landschaft durch die Bewirtschaftung offen zu halten, eine flächenbezogene, artgerechte Tierhaltung in den Grünlandgebieten zu fördern und zu sichern sowie extensiv genutzte artenreiche Grünlandkomplexe zu erhalten.
Die vielen Burgen, Schlösser und Relikte der Keltenkultur, die in der Region zu finden sind, zeugen von vergangenen Kulturen und prägen den Naturpark ebenso wie die traditionelle Fachwerk- und Schieferbauweise, die Siedlungsstrukturen und traditionelles Handwerk. Kultur- und Naturerbe sind eng miteinander verbunden und tragen zur regionalen Identität bei. Daher hat sich der Naturpark Lahn-Dill-Bergland zum Ziel gesetzt, diese Strukturen, Traditionen sowie das Brauchtum ebenso zu schützen und zu erhalten wie die Naturlandschaften und darüber hinaus auch die Weiterentwicklung des Kunsthandwerkes und zeitgenössischer Kunst zu fördern und zu stärken.
Der Schutz von Natur und Umwelt kann nur gelingen, wenn in der Gesellschaft ein Umweltbewusstsein für die Belange der Pflanzen- und Tierwelt entwickelt. Um die Bevölkerung und die Besucher des Naturparks zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Natur hinzuführen, versuchen Naturparke in Zusammenarbeit mit anderen Bildungs- und Forschungseinrichtungen der Region, mit einer breiten Umweltbildungs-, Informations- und Öffentlichkeitsarbeit auf die Einflüsse, die auf die Natur wirken, aufmerksam zu machen. Der Naturpark Lahn-Dill-Bergland will dies durch Natur- und Erlebnisangebote, die Einrichtung von Informationszentren, Führungen für interessierte Gruppen, Naturparkbroschüren, Wanderkarten, undVortragsveranstaltungen erreichen.
Dem Naturpark Lahn-Dill-Bergland kommt durch seine Größe vor allem bei Verwaltungsgrenzen übergreifenden Planungen eine wichtige Koordinierungsfunktion zu. Ein fundiertes und abgestimmtes eigenes Gesamtkonzept ermöglicht es bei Bedarf qualifizierte Beiträge und Stellungnahmen zu naturparkrelevanten Planungen anderer Träger im Gebiet zu erarbeiten. Besonders im Zusammenhang mit den Förderprogrammen, die von EU, Bund, und dem Land Hessen angeboten werden, kann der Naturpark als Moderator koordinierend tätig werden.
Ebenfalls kann in Zusammenarbeit mit Naturschutzbehörden durch Maßnahmen zum Arten- und Biotopschutz ein Biotopverbundsystem geschaffen werden, welches sich über das Gebiet des Naturparks erstreckt.