Landwirtschaft im Lahn–Dill–Bergland
Die natürlichen Voraussetzungen für die Landbewirtschaftung im
Lahn-Dill-Bergland werden durch seine vielgliedrige Morphologie
bestimmt. Diese ist gekennzeichnet durch ein stark wechselndes System
aus Kuppen, Becken und tief eingeschnittenen Tälern.
Im Lahn-Dill-Bergland findet man eine stark ausgeprägte
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Nebenerwerbslandwirtschaft. Während im hessischen Durchschnitt ca. 70%
aller Landwirte einem Nebenerwerb nachgehen, sind dies im
Lahn-Dill-Bergland weit über 80%. Der Grund liegt in der frühen
Entwicklung und auch heute noch großen Zahl industrieller Betriebe, die
ein außerlandwirtschaftliches Einkommen ermöglichen. In vorhergehenden
Jahrhunderten war es der Bergbau, danach die Wanderarbeiterschaft, die
den Familien ein konstantes Einkommen bereitstellen konnte.
Unterstützt wurde der Trend zur Nebenerwerbslandwirtschaft durch
die traditionell vorhandene Realerbteilung, die eine Entstehung
haupterwerblicher Landwirtschaft kaum zuließ.
Das Lahn-Dill-Bergland besteht im Wesentlichen aus den Naturräumen des
Westerwaldes und des Rothaargebirges. Die hier vorzufindenden
geologischen Besonderheiten haben die Kulturlandschaft in den letzten
Jahrhunderten geprägt. Das zum Westerwald gehörende Gladenbacher
Bergland und der hessische Teil des Rothaargebirges setzen sich in
erster Linie aus den Gesteinen des Devons und Unterkarbons zusammen.
Dazu gehören Diabase, Schiefertone, Grauwacken, Sandsteine und
Kalkgesteine.
Verbunden mit der vulkanischen Tätigkeit konnten auch Eisen- und
andere Metallverbindungen nach oben gelangen. Der Untergrund des
Lahn-Dill-Berglandes ist ein vielgestaltiges Mosaik der
unterschiedlichsten Ausgangsgesteine. Diese Vielgestaltigkeit zeigt sich
auch in dem Relief dieser Landschaft, die ein stark wechselndes System
aus Kuppen, Becken und Tälern dar stellt.